Der unerträgliche Standpunkt

Heinz Kobald

  
 
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Israel Besatzungsmacht

Israel - die Besatzungsmacht
Alltag im Westjordanland








Seit 1967

Seit 1967 hält Israel das Westjordanland besetzt.
Seither haben die Beschränkungen des täglichen Lebens
für die Palästinenser stetig zugenommen.

Fast zwei Generationen der Palästinenser
kennen kein Leben ohne Kontrollen, Schikanen, Behinderungen.

Die letzte Zählung des UN-Büros in Jerusalem
führte 580 Hindernisse auf
,
die die Bewegungsfreiheit der Palästinenser einschränken,
darunter allein 8o Kontrollpunkte (Checkpoints).

Der Rest sind Erdwälle, Straßensperren, Tore, Betonblöcke.
Und ihre Zahl nimmt zu.

Nablus

Einer der strengsten Kontrollpunkte liegt am Eingang zu Nablus,
einer Stadt, die man nur noch durch zwei Kontrollen erreichen kann.

Das sind keine Sperren
zwischen Israel und dem Westjordanland, sondern
sie liegen innerhalb des palästinensischen Gebietes.


"Wenn sie nur diese Kontrollen abschafften,
dann wüssten wir uns wirtschaftlich schon selber zu helfen. Aber so?"
Das sagt der Geschäftsmann Ziad Anabtawi,
der sich im dunklen Anzug durch die Sperre gequält hat.

Ein israelischer Journalist

Gideon Levy ist einer der ganz wenigen israelischen Journalisten,
die regelmäßig in das Westjordanland fahren und
über das Schicksal der Palästinenser
in der liberalen Zeitung "Haaretz" berichten.

Sonntags trifft er sich mit seinem Fotografen Miki Kratsman,
und sie fahren mit einem kleinen Rover über die Holperstrecken.
Alle drei Wochen geht er kaputt.
Sie haben ihn schussfest ausrüsten lassen,
seit sie von der israelischen Armee beschossen wurden.

Die beiden machen das schon 15 Jahre, sind aufeinander eingespielt.

Gideon Levy hat sich den Ruf eines scharfen Kritikers,
aber auch eines Nestbeschmutzers eingehandelt.

Warum tut er das?

"Sehen Sie hier irgendeinen anderen israelischen Journalisten - fragt er -
so lange das so ist, werde ich weiter rüber fahren und berichten.
Irgend jemand muss es machen,
sonst erfährt doch niemand, was Besatzung heißt."

Ein Israelischer Soldat

Auch Yehuda Shaul ist ein Israeli,
der mit der Besatzung nicht fertig wird.

Er selber gibt zu, während seiner Soldatenzeit
nicht zimperlich mit den Palästinensern umgegangen zu sein.
Späte Reue hat dazu geführt,
dass er nunmehr Gruppen nach Hebron führt, wo er einst Dienst tat.
Von den jüdischen Siedlern muss er sich Beschimpfungen gefallen lassen.

Was hat ihn zur Umkehr bewogen?

"Es war der Wandel des Bewusstseins.
Nicht mehr als professioneller Soldat zu denken,
sondern als Zivilist.
Dinge nicht von innen,
sondern von außen zu sehen.
Und von außen siehst du,
dass hier etwas Verrücktes vor sich geht."


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Phönix - Mein Ausland

Israel - die Besatzungsmacht
Alltag im Westjordanland


Dokumentation von Gerd Helbig und Karin Storch,
ZDF-Studio Tel Aviv, 2008

Sendetermine

So, 04.05.08, 21.00 Uhr - 45 min
Do, 08.05.08, 19.15 Uhr - 45 min
Sa, 10.05.08, 12.00 Uhr - 45 min
So, 11.05.08, 07.30 Uhr - 45 min
So, 11.05.08, 18.00 Uhr - 45 min


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Text zusammen gestellt von Heinz Kobald - 8. Mai 2008