Der unerträgliche Standpunkt

Heinz Kobald

  
 
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Die religiös tief empfundene Verschleierung
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Was wissen deutsche Richter vom Koran?
Was verstehen deutsche Richter vom Leben nach den Lehren des Islam?


Foto Imago

Zitat:
»Nikab in der Schule erlaubt.
Hamburger Gericht weist Widerspruch der Schulbehörde ab
Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht hat
die Aufhebung des Vollverschleierungsverbots
gegen eine Hamburger Schülerin bestätigt.
Eine Beschwerde der Stadt gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts
wurde zurückgewiesen.
Für eine Anordnung der Schulbehörde an die Mutter der 16-Jährigen,
dafür Sorge zu tragen, dass die Tochter im Unterricht ihr Gesicht zeige,
fehle die gesetzliche Grundlage.
Nach Rechtslage kann von der Schülerin nicht verlangt werden,
während des Schulbesuchs auf eine Gesichtsverhüllung zu verzichten.
"Die Schülerin kann für sich die vorbehaltlos
geschützte Glaubensfreiheit in Anspruch nehmen", heißt es in der Mitteilung.
Für Eingriffe in dieses Grundrecht bedürfe es einer gesetzlichen Grundlage.
"Eine solche sieht das hamburgische Schulgesetz gegenwärtig nicht vor."« ( 1 )

Es ist also doch keine Glaubensfrage?
Das Ja und das Nein zu einer Nikab kann ein Schul-Verwaltungs-Gesetz entscheiden?

Was fehlt, ist ein "Gutachten" zu den Bekleidungs-Geboten im Koran,
über das Gebot der Verschleierung der Frau im Islam.
Im Gutachten geschädigten Deutschland wird es nicht einfach sein,
geeignete Gutachten zu erhalten.
Da besitzen Richter in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika einen Vorteil.
Sie bilden sich durch ihre direkte Anschauung und Befragung ein Urteil.
Sie gehen keinen Umweg bei ihrer Urteilsfindung über die Ansichten eines Gutachters.

Gebietet der Koran, Frauen in anderen Kulturkreisen,
die sich nicht vor den Blicken der Männer verhüllen,
zu mißachten, zu entwürdigen, zu beschimpfen?

Im Gegensatz zur Verhüllung der Frau,
gehen muslimische Männer mit offenen Hemden über ihrem Brusthaaren auf den Straßen.
Ist darin eine Gleichberechtigung der Geschlechter zu erkennen?


Zitat:
»Das Zentrum für Türkeistudien wünscht,
das Kopftuchtragen im muslimischen Religionsunterricht empfehlend zu erläutern.
Kindern und Eltern solle eindringlich vermittelt werden,
das Kopftuchtragen nicht bloß eine kulturelle Gewohnheit,
sondern ein zutiefst religiös begründetes Verhalten ist,
sagte der Leiter des Essener Zentrums, Haci-Halil Uslucan.
Darin drücke sich die Demut vor Gott aus.
Die Argumente für das Kopftuch sollten also stärker das Religiöse betonen.« ( 3 )

Oder bestehen noch andere Unterschiede zwischen einer Muslima und einem Muslim?
Woran ist an der Kleidung eines Muslim seine tief begründete Religiosität
und seine Demut vor seinem Gott zu erkennen, wenn er weder seine Haare
noch seinen übrigen Körper vollständig bedeckt hält?


Zitat:
»Der frühere Parteichef der Grünen, Cem Özdemir sagte:
Die Vollverschleierung sei für ihn "etwas ganz anderes als ein Kopftuch".
Nikab und Burka seien der Versuch,
"die Frau als Mensch im öffentlichen Raum unsichtbar zu machen".« ( 3 )

Verwaltungsgerichte in Deutschland untersagen es Schulverwaltungen in Deutschland,
jede Art von Verschleierung den Frauen in der Unterrichtszeit zu verweigern.
Unterstützen Richter in Deutschland das "Verschwinden" der Frau aus dem öffentlichen Raum?
Oder schützen Richter in Deutschland nur das tiefe religiöse Empfinden.
Offensichtlich aber nur das der Frau.
Lassen sie das tiefe religiöse Empfinden des Mannes ohne Schutz?

Frauen aus Europa dürfen in islamischen Ländern nicht in ihrer europäischen Kleidung
in der Öffentlichkeit gehen. Sie müssen sich in islamischen Ländern der Bekleidungsvorschrift für Frauen anpassen.
Es wäre im kulturellen Austausch durchführbar,
sich den gegenseitigen Bekleidungsordnungen nicht zu widersetzen.
Eine Europäerin ist in muslimischen Ländern in ihrer Kleidung wie eine Muslima anzusehen.
Eine Muslimin darf in Europa wie eine europäische Frau in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.


Zitat:
»Gesichtsschleier bleiben wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Universität Kairo
während des Unterrichtens weiterhin verboten.
Das bestätigte das ägyptische Oberverwaltungsgericht der Zeitung "Al Ahram".
Die Verschleierung stünde der direkten Kommunikation
mit den Studierenden und Lehrenden im Weg.« ( 2 )

Sind Richter in Deutschland muslimischer als Imame in den Ländern des Koran?
Haben Richter in Deutschland ein Studium des Koran abgeschlossen?


Zitat:
»Pädagogische Prozesse basierten auf der Kommunikation
der Lehrenden und Lernenden sowie der Lernenden untereinander.
Nur wenn Mimik und Gestik mit einbezogen würden,
könne diese Kommunikation nachhaltig erfolgreich sein.
Auf dieser Grundlage habe die Schulbehörde in der Vergangenheit
konsequent die Vollverschleierung im Unterricht untersagt.
Schulsenator Ties Rabe sagte:
"Wir respektieren die Überzeugungen aller Glaubensgemeinschaften und
gestalten Schule und Unterricht so, alle Schülerinnen und Schüler werden angenommen und
sollen sich wohl fühlen und gut lernen können.
Mit der Vollverschleierung des Gesichts wird eine Grenze überschritten,
die guten Unterricht und gelingende Lernprozesse unmöglich machen.« ( 1 )

Auffallend erscheint, die Richter am Oberverwaltungsgericht in Ägypten
sind der selben Auffassung wie die Schulverwaltungen in Deutschland.

Nur die Richter an den Verwaltungsgerichten in Deutschland
stehen in einer anderen Ecke. Von wem werden sie dort "beraten"?


8. Februar 2020 © Heinz Kobald



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Quellen-Angaben

( 1 ) SZ 4. Februar 2020, Seite 15, dpa
Nikab in der Schule erlaubt
Hamburger Gericht weist Widerspruch der Schulbehörde ab
Hamburg - Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht hat
die Aufhebung des Vollverschleierungsverbots
gegen eine Hamburger Schülerin bestätigt.

( 2 ) CIG 5/2020, Seite 46
Schleierlose Uni
Von CHRIST IN DER GEGENWART, 2.2.2020

( 3 ) CIG 6/2020, Seite 66
Islamunterricht erzieht zum Kopftuch
Von CHRIST IN DER GEGENWART, 9.2.2020