Der unerträgliche Standpunkt

Heinz Kobald

  
 
Startseite / Gedenken / Merkel und der Leo Baeck Preis
Was bedeutet die 'Auszeichnung mit dem Namen Leo Baeck'
Merkel und der Leo Baeck Preis


Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
und der Leo-Baeck-Preis









11.03.2008
Merkel für antirassistisches Engagement geehrt

Die jüdische Organisation B'nai B'rith (hebräisch: "Söhne des Bundes")
hat der Bundeskanzlerin ihre höchste Auszeichnung verliehen.

Mit der Goldenen Medaille werden
ihre Verdienste im Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus
sowie ihr Eintreten für Freiheits- und Menschenrechte gewürdigt.

Leo-Baeck-Preis 2007
Angela Merkels Engagement für Israel ausgezeichnet

Der Zentralrat der Juden gab bekannt,
Angela Merkel wird am 6. November 2007 mit
dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet.
/ 2 Jahre Bundeskanzlerin / Alter: 53 Jahre

Der Zentralrat betonte,
die Bundeskanzlerin habe sich stets überzeugend bemüht,
der so genannten "historischen Verantwortung"
gegenüber dem Judenstaat gerecht zu werden.


***********************************

Mit dem Leo Baeck Preis
wurden ausgezeichnet u.a.


***********************************


16.03.2005
Rede in Yad Vashem in Jerusalem / Alter: 57 Jahre
"die tiefste Dunkelheit in der Geschichte meines Landes
bleibt ein für allemal in unsere Erinnerung gebrannt".


24.01.2005
Rede in New York / Alter: 57 Jahre
Bezug auf den deutschen Völkermord an den Juden
"Dieses barbarische Verbrechen
wird immer ein Teil der deutschen Geschichte sein."


Bundesaußenminister Joschka Fischer
2004 - Leo Baeck Preis
/ Alter: 56 Jahre

für seine Vermittlungsversuche im Konflikt
zwischen Israelis und Palästinensern und
für sein Eintreten gegen Antisemitismus
mit dem Leo-Baeck-Preis
des Zentralrats der Juden in Deutschland geehrt.


Zitat Amos Oz:
"Falls Sie je hier in Deutschland arbeitslos werden,
brauchen Sie nicht mehr Taxi zu fahren;
Sie können immer nach Israel kommen,
wo Sie leicht zum Leiter der israelischen Linken oder
der israelischen Friedensbewegung gewählt werden könnten."


Zitat:
"Ihre politische Reifung von einem radikalen Idealisten zu einer Art ( ... ),
der geduldig und fachkundig
mit mehreren internationalen Krisen fertig werden kann:
ein geschickter Therapeut von Konflikten,
ein kluger und warmherziger Vermittler
zwischen verschiedenen widerstreitenden Parteien.
Sie sind im Laufe der letzten Jahre zum bekanntesten Beispiel
einer humanistischen, aufgeklärten und
dennoch realistischen Führungspersönlichkeit geworden."


März 2003
Auszeichnung mit der Buber-Rosenzweig-Medaille
des Deutschen Koordinierungsrates der Deutschen Gesellschaften
für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit / Alter: 55 Jahre

2002 Ehrendoktor der Universität Haifa / Alter: 54 Jahre

Oktober 2002: Erneut Ernennung zum Bundesminister des Auswärtigen

27. Oktober 1998
Nach den Bundestagswahlen wird Fischer
Vizekanzler und Außenminister
im Kabinett der rot-grünen Koalition / Alter: 50 Jahre

1995
verurteilt Fischer als Bundestagsabgeordneter / Alter: 47 Jahre
das "grausame Morden einer Supermacht
gegen ein kleines Volk im Norden des Kaukasus"


1985 - 1987
rot-grüne Koalitionsregierung in Hessen
Fischer wird Staatsminister für Umwelt und Energie
Seine Vereidigung am 12. Dezember 1985
in Turnschuhen, Jeans und Sportsakko sorgt für Aufsehen

1983 - 1985
Die Grünen ziehen erstmals in den Bundestag ein
Fischer wird Mitglied des Bundestages / Alter: 35 Jahre
1982 Eintritt in die Partei Die Grünen / Alter: 34 Jahre

Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975
"Dem ehemaligen linksrevolutionären Sponti und "grünen" Turnschuh-Minister
bescherte sein intensives politisches Engagement einen beispiellos wechselvollen Werdegang.
Als Bundesaußenminister und beliebtester Politiker der Bundesrepublik
bewährte sich Joschka Fischer von 1998 bis 2005 in der Rolle
des besonnenen und einfühlsamen Diplomaten,
der in dramatischen Krisenmomenten durch seine direkte und ehrliche Position überzeugte
und seine Handlungsfähigkeit auch gegen innerparteilichen Widerstand zu sichern wusste ... "

Fischer unternahm nun eingehende philosophische und gesellschaftspolitische Studien über die Lehren von Karl Marx, Mao Tse-tung und Georg Hegel.
Er verfolgte die Vorlesungen der sogenannten "Frankfurter Schule" um Adorno, Jürgen Habermas und Negt, und unterhielt Kontakte zum Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS).
Zugleich war Fischer aber offiziell nie an der Universität eingeschrieben.

Er verbrachte Kindheit und Jugend zunächst in Gerabronn,
ab Mitte der 1950er Jahre bei Stuttgart und ab 1965 schließlich in Fellbach.
Nach der Mittleren Reife an einem Gymnasium in Stuttgart - Bad Cannstatt
begann er eine Fotografenlehre, die er jedoch wieder abbrach.
Im Zuge der beginnenden Studentenproteste geriet er ab 1967/68
mit seiner ersten Frau Edeltraud in den Sog der Frankfurter Bewegung.

12. April 1948: Joseph (Joschka) Martin Fischer wird
in Gerabronn/Baden-Württemberg
als drittes Kind des Metzgers Joszef Fischer und seiner Frau Elisabeth geboren

__________________________________________


Für ihre Verdienste um Toleranz und Aussöhnung
zwischen Deutschland und Israel
den Scopus Award
der Gesellschaft der Freunde der hebräischen Universität Jerusalem,
den European Heroes Award des Time Magazine
den Jerusalem-Preis der WZO

2004 Women´s World Award for Tolerance
2004 "Romy" als beliebte Schauspielerin in Österreich
2003 Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse / Alter: 53 Jahre

Iris Berben
2002 - Leo Baeck Preis
/ Alter: 52 Jahre


1989 und 2003 den Bambi
1987 Goldene Kamera

Israel wird zur Weg weisenden Inspirationsquelle
Iris Berbens Beziehung zum Staat Israel
versetzt sie in einen emotionalen Zustand,
der sie bis in die Gegenwart prägen wird.
Hier kann sie die Themen ansprechen,
die deutsche Vergangenheit und die Verbrechen der Deutschen an den Juden.
Durch ihre Erlebnisse in Israel findet sie in eine Gemeinschaft,
die ihr zu Schulzeiten oft versagt blieb.

Mit 18 reist sie erstmals in dieses Land, sie bleibt viel länger als geplant.
1968 Besuch in Israel
1967 - Berichte über den Sechs-Tage-Krieg in Israel erwecken ihr Interesse
1950 geboren in Detmold, Westfalen

_______________________________________________

Prof. Dr. Roman Herzog, Bundespräsident a. D.
1998 - Leo Baeck Preis
/ Alter: 64 Jahre


1994 - 1999 Bundespräsident / Alter: 60 Jahre
1987 - 1994 Präsident des Bundesverfassungsgerichts / Alter: 53 Jahre
1983 - 1987 Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts
1980 - 1983 Mitglied des Landtages und Innenminister von Baden-Württemberg
1978 - 1980 Minister für Kultur und Sport des Landes Baden-Württemberg
Seit 1972 Ordentliches Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands
1971 - 72 Rektor
an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer / Alter: 37 Jahre
1969 - 1973 Professor für Staatslehre und Politik
an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer
1966 - 1969
Professor an der Freien Universität Berlin für Staatsrecht und Politik
/ Alter: 32 Jahre
1961 Zweite juristische Staatsprüfung
1958 Promotion in München
1957 Erste juristische Staatsprüfung,
Studium der Rechtswissenschaften in München
5. April 1934 geboren in Landshut

_____________________________________________


Dr. Helmut Kohl, Bundeskanzler a. D.
1997 - Leo Baeck Preis
/ Alter: 67 Jahre


Januar 1984 - die viel kritisierte Rede in der Knesset
in der Kohl für seine Generation
von der "Gnade der späten Geburt" gesprochen hatte
/ Alter: 54 Jahre

1. Oktober 1982 Bundeskanzler / Alter: 52 Jahre
1976 Bundestagswahl - Kanzlerkandidat der CDU
CDU/CSU-Fraktionschefs im Bundestag
1973 Bundesvorsitzender der CDU / Alter: 43 Jahre
1969 bis 1976 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz / Alter: 39 Jahre
1964 Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen CDU / Alter: 34 Jahre
1963 Fraktionsvorsitzender / Alter: 33 Jahre
1961 stellvertretender Fraktionsvorsitzender
1959 bis 1976 Abgeordneter in den Landtag von Rheinland-Pfalz ein / Dauer: 17 Jahre
1954 bis 1961 stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union in Rheinland-Pfalz
1948 trat er der CDU bei / Alter: 18 Jahre
Dr. Helmut Kohl, geboren 1930, studierte Jura, Staatswissenschaften und Geschichte
an den Universitäten Frankfurt und Heidelberg und promovierte zum Dr. phil.

______________________________________


17. Februar 2000
Der erste deutsche Bundespräsident, der
vor dem israelischen Parlament, der Knesset, in Jerusalem
eine Rede in deutscher Sprache hält.
Er entschuldigt sich
für die Verfolgung der Juden
während des Nationalsozialismus in Deutschland
.

23. Mai 1999
achter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland / Alter: 68 Jahre

Dr. h.c. Johannes Rau, Bundespräsident a. D.
1995 Leo Baeck Preis
/ Alter: 64 Jahre


1995 Ehrenmitglied des Jerusalemer "Israel-Museums" / Alter: 64 Jahre
1986 erhält als erster Deutscher
die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät Haifa / Alter: 55 Jahre
16. Januar 1931 geboren in Wuppertal-Barmen

____________________________________________


Dr. Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a. D.
1994 - Leo Baeck Preis
/ Alter: 74 Jahre


1984 - 1994 Bundespräsident / 10 Jahre
1969 - 1981 Mitglied des Deutschen Bundestages / 12 Jahre
Studium der Rechtswissenschaft und Geschichte Universität Göttingen
verteidigte seinen Vater in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen,
der Vater wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt - vorzeitige Entlassung 1950

15. April 1920 Geboren in Stuttgart

___________________________________________

Der Leo Baeck Preis wurde
nicht vergeben in den Jahren


1993 / 1991 /
1987 / 1986 / 1985 / 1984 / 1983 / 1982 /
1979 / 1978 / 1976 / 1974 / 1972 /
1969 / 1968

___________________________________________


Dr. Angela Merkel - Stationen in der Politik

November 2005
Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland / Alter: 50 Jahre
2000 Vorsitzende der CDU Deutschlands / Alter: 46 Jahre
1998 - 2000 Generalsekretärin der CDU Deutschlands / Alter: 44 Jahre
1991 - 1998 Stellvertretende Vorsitzende der CDU Deutschlands
1990 Mitglied des Deutschen Bundestages / Alter: 36 Jahre
1990 Eintritt in die Christlich Demokratische Union Deutschlands
1989 Mitglied des "Demokratischen Aufbruchs" / Alter: 35 Jahre
1978 - 1990
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für physikalische Chemie
an der Akademie der Wissenschaften
1973 - 1978 Physikstudium an der Universität Leipzig, Diplomphysikerin
17. Juli 1954 Geboren in Hamburg

*************************************


Leo Baeck versteht es bis heute nicht,
mit welcher Begründung
in seinem Namen
Menschen ausgezeichnet werden können,
die tatenlos zusehen,
wie ihre Freunde
jahrzehntelang ungestraft
mit Vorsatz in unmenschlicher Weise
gegen das Völkerrecht verstoßen.


*************************************


Diejenigen, die gegenwärtig
die Auszeichnung mit dem Namen Leo Baeck vergeben,
zeichnen sich selbst nicht
durch die menschlichen Eigenschaften aus,
wie sie Leo Baeck in seinem Leben verwirklichte.

Leo Baeck war ein hervorragender Liberaler Jude,
die gegenwärtigen Vergeber
der Auszeichnung mit seinem Namen
sind diesem Judentum nicht zuzuordnen.
Es ist daher unverständlich,
warum das Orthodoxe Judentum in Deutschland
im Namen eines
hervorragenden Vertreters des Liberalen Judentums,
das es selbst nicht als das wirkliche Judentum anerkennt,
diese Auszeichnung für seine eigenen Ziele vergibt.

*************************************


Leo Baeck - Rabbiner


1956 2. November: Leo Baeck stirbt in London

ab 1948
Er bemüht sich in ganz Deutschland
um Versöhnung und Dialoge zwischen Juden und Christen.

Die Wiederaufnahme der von ihm 1919 initiierten Gespräche
zwischen den Glaubensgruppen
ist ihm zunächst wichtiger
als die Bestrafung der Schuldigen
am Völkermord an den europäischen Juden.

1947
Baeck begründet das später nach ihm benannte
"Institut zur Erforschung der Geschichte des Judentums
in Deutschland seit der Aufklärung".

1945 - 46
Er wird Präsident des "Council of Jews from Germany" und
der "World Union for Progressive Judaism".

1945 - Mai
Die Rote Armee befreit Theresienstadt. Schwer mißhandelt überlebt Baeck.
Seine vier Schwestern sind im Ghetto umgekommen.
Juli: Baeck läßt sich in London nieder.

1943 - Juni
Die "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" wird von der Gestapo geschlossen.
Baeck wird zusammen mit seiner Familie in das Ghetto Theresienstadt deportiert.
Dort unterstützt er die Gefangenen durch Predigten und Vorträge.

1933 - 1943
Trotz mehrfacher Gelegenheit zur Emigration bleibt Baeck bei seiner Gemeinde,
um den deutschen Juden
in den Jahren der Diskriminierung und der Verfolgung beizustehen.
Er organisiert die Emigration von Juden.

1938 - 1. November
Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber emigriert aus Deutschland.
Damit ist Baeck der letzte hohe Repräsentant des Judentums in Deutschland.

1933 - 17. September
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
schließen sich die jüdischen Verbände und Gemeinden
in der "Reichsvertretung der Deutschen Juden",
einer landesweiten jüdischen Repräsentativkörperschaft, zusammen.
Baeck wird einstimmig zum Präsidenten gewählt.
Er unternimmt zahlreiche Auslandsreisen,
um auf die Lage der Juden im Deutschen Reich aufmerksam zu machen.

1924
Die "Bnei-Brith-Loge" ("Söhne des Bundes"),
ein jüdischer Wohlfahrtsorden, beruft ihn zum Präsidenten.

1922
Baeck wird Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbands.
Ihm gelingt es, ein kooperatives Verhältnis
zwischen dem orthodoxen und
dem liberalen Flügel des Verbands zu schaffen.


1919-1933
Baeck ruft die christlich-jüdischen Gespräche ins Leben,
die er als Redner wesentlich mitgestalten kann.
Ziel dieses Gesprächskreises ist die interreligiöse und kulturelle Verständigung
zwischen Juden und Christen in Deutschland.

1873 23. Mai: Leo Baeck wird in Lissa (heute: Leszno/Polen)
als Sohn des Rabbiners Samuel Baeck und
dessen Ehefrau Eva (geb. Placzek) geboren.
Er wächst mit vier Schwestern auf.

*************************************


Wer einen Fehler begeht und
ihn nicht korrigiert,
begeht einen zweiten

Konfuzius


*************************************


Quellen:

Joschka Fischer

Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975

Iris Berben

Prof. Dr. Roman Herzog ( 1994 - 1999 )

n-tv.de, Montag, 17. März 2008
Was war mit Kohl? Merkel in der Knesset

Leo Baeck - Rabbiner

LEO BAECK * 1873 - 1956

LEO BAECK * 1873 - 1956
Ein Leben für die Religion und die Menschen


_______________________________

17 Adar 5769 © 'Chaim Heinzelmann'